Diabetes Typ 2 – meine größte Herausforderung

Worin besteht für Dich die größte Herausforderung im Zusammenhang mit Diabetes

Diese Frage beschäftigte uns beim letzten Treffen der Diabetes Selbsthilfegruppe.

Wie seit 10 Jahren, war der harte Kern der Gruppe, zahlreich erschienen.

Wir freuen uns immer sehr, einmal im Monat, die anderen aus der Gruppe zu treffen. Mittlerweile sind nach so einer langen Zeit, schon Freundschaften entstanden. Da wir oft, sehr persönliche Themen besprechen, kennen wir uns alle recht gut.

Nachdem ich Papier und Stifte verteilt hatte und die Gruppenmitglieder die wichtigsten Dinge „ausgeratscht“ hatten, stellte ich folgende Frage:

  • Was ist für Dich die größte Herausforderung, im Alltag, im Zusammenhang mit deinem Diabetes?
  • Wo siehst Du dein größtes Problem?

Nachdem jeder mit – oh, uuh, ach ja… vor sich hingemurmelt hatte, wurde es ruhig und alle konzentrierten sich auf die Fragen.

Erstaunlicherweise war jeder aus der Gruppe schnell auf den Punkt gekommen.

Danach konnte jeder seine Antworten vorlesen und gemeinsam wurde nach Lösungen oder Verbesserung des Problems gesucht.

Ich bin richtig stolz auf meine „Süßen“. Jeder bekam genug Zeit zu erzählen, keiner machte doofe Bemerkungen und alle waren sehr mitfühlend und konzentriert beim Zuhören.

 Die Zusammenfassung der einzelnen Probleme wollte ich euch zeigen.

Einige der Probleme haben sich wiederholt, einige waren nur Einzelfälle.

Vielleicht geht es Euch ja ähnlich und gemeinsam könnten wir nach Lösungen suchen.

Frage:

Was ist für Dich die größte Herausforderung, im Alltag, im Zusammenhang mit deinem Diabetes?

  • Ich schaffe es nicht, genug zu trinken. Oft vergesse ich es stundenlang. Es fällt mir erst auf, wenn mir schon ganz schummrig wird.
  • Ich habe oft Schmerzen im Rücken und Nackenbereich und kann mich deshalb nicht richtig Bewegen. Eigentlich möchte ich joggen gehen.
  • Ich habe es so satt, bei Einladungen, mich immer rechtfertigen zu müssen. Iss doch noch was-, ach das bisschen Zucker-, das Fleisch schmeckt doch nur mit Fett-, habe extra leckeren cremigen Kuchen gebacken-, trink doch noch ein Glas Bier mit uns-, du bist eine richtige Spaßbremse geworden…
  • Ich lebe alleine und kann nicht kochen. Gehe mittags zum Metzger/Kiosk oder hole mir fertiges verpacktes Essen. Alles voller Zucker, ich weiß nicht was ich machen soll. Vor dem Diabetes hatte ich diese Probleme nicht, jetzt habe ich immer ein schlechtes Gewissen. Mein Bauch wird immer dicker, ich muss immer mehr Insulin spritzen.
  • Mein Mann kauft am Wochenmarkt immer riesige Mengen Obst ein. Früher dachten wir, wir ernähren uns gesund. Ich liebe Obst. Um satt zu werden brauche ich große Mengen Obst.
  • Wenn wir spontan unterwegs sind, kehren wir gerne ein. Dann habe ich wieder meinen Pen vergessen und kann nicht spritzen. Ich soll doch zum Essen spritzen. War früher sehr schlank, jetzt nehme ich mit dem Insulin immer mehr zu.
  • Ich muss mich 5x am Tag stechen. Ich habe es so satt.
  • Ich lebe in den Tag hinein. Esse spontan und gehe ohne Plan einkaufen.
  • Ich trinke gerne Bier, weiß aber gar nicht welches das bessere für mich ist.
  • Ich denke zwar, dies und jenes brauche ich, aber im Laden vergesse ich alle Vorsätze und kaufe so ein, wie die letzten 30 Jahre. Nicht gerade Diabetiker freundlich.

Wow! Eine ganze Menge Herausforderungen!

Ich möchte gerne auf jede Frage einzeln eingehen. 

Jeder von Euch kann was dazu schreiben und vielleicht gibt es ja tolle Tipps euerseits.

Was ein Diabetiker nicht brauchen kann, sind Vorwürfe und die individuellen Probleme ins Lächerliche ziehen. Deshalb meine Bitte an Alle:

  • Keine Vorwürfe
  • Gerne eigene Erfahrungen, wenn es zum Wochenthema passt
  • Lösungsvorschläge oder Verbesserungsvorschläge
hoch vom sofa

Davon können alle profitieren.

E-Book, Blog, Maria Linz 8.8.18

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