Eisenmangel

Eisenmangel

Da Eisenmangel zu den häufigsten Mangelerscheinungen weltweit gehört und ich in der Praxis häufig damit zu tun habe, möchte ich mich heute diesem Thema widmen.

Etwa 30 % der Bevölkerung, hauptsächlich Frauen, sind davon betroffen.

Eisenmangel ist die häufigste Ursache für Blutarmut (Anämie).

Eisen ist ein wichtiges Spurenelement und gehört der Gruppe der Mineralstoffe an und ist für den menschlichen Organismus unverzichtbar.

Eisen ist ein essentielles Spurenelement, das der Körper nicht selber produzieren kann. Es ist vor allem wichtig für die Bildung des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin und damit für den Sauerstofftransport. Hämoglobin ist ein großes, ringförmig aufgebautes Molekül, in dessen Mitte Eisen eingebunden ist.

Die Aufgabe des in den roten Blutkörperchen befindlichen Hämoglobins ist es, Sauerstoff zu binden und bei Bedarf an die Zellen des Körpers abzugeben. Hämoglobin ist sozusagen der Sauerstofftransporter im menschlichen Blut. Ohne Eisen kann das Hämoglobin seinen Zweck nicht erfüllen.

Der Organismus verliert pro Tag durchschnittlich 1-2 mg Eisen. Dieses muss täglich mit der Nahrung zugeführt werden.

Wenn wir mit der Nahrung Eisen zu uns nehmen, wird dieses im Körper aufgeteilt.

Etwa 70% des Eisens wird für das Blutkreislaufsystem benötigt. Das restliche wird in den körpereigenen Speichern zwischengelagert. Als Speicherort dienen Milz, Leber, Knochenmark und Darmschleimhaut. 

Darauf greift der Körper zurück, falls nicht genug Eisen über die Nahrung aufgenommen wird.

Unser Blut erneuert sich ca. alle 4 Monate. Die abgestorbenen Blutzellen werden in der Milz abgebaut. Bei diesem Prozess wird das Eisen abgespaltet uns steht dem Körper nun wieder zur Verfügung.

Alle Zellen unseres menschlichen Körpers brauchen den Mineralstoff um sich zu regenerieren. Die Haut, Haare und die Fingernägel regenerieren sich ständig und unbemerkt.

Besonders unser Gehirn benötigt Eisen, um leistungsfähig zu bleiben. In der frühkindlichen Hirnentwicklung spielt es eine entscheidende Rolle im Prozess der Hirnreifung.

Die menschliche Konzentrations- und Leistungsfähigkeit wird vom Eisen beeinflusst.

Eisenmangel

Wenn der Körper nicht genügend Eisen zur Verfügung gestellt bekommt und die verschiedenen Körperfunktionen dadurch beeinträchtigt werden, spricht man von Eisenmangel.

Er entwickelt sich nicht plötzlich über Nacht. Er entsteht über einen längeren Zeitraum hinweg und wird vom Betroffenen oftmals gar nicht bemerkt.

Eisenmangel ist eine der häufigsten Mangelerkrankungen unserer Zeit. In Europa ist die Häufigkeit allerdings eher selten. In den Entwicklungsländern kommt es dagegen immer häufiger zu extremen Mangelzuständen.

Wenn die Symptome nicht wahrgenommen werden und kein zusätzliches Eisen zugeführt wird, greift der Körper auf seine Reserven zurück, um die Körperfunktionen aufrechtzuerhalten.

Wenn jetzt dieser Reserven aus dem Speicher über einen längeren Zeitraum gebraucht werden, kann es zu einem Eisenmangel kommen. Wird dann kein zusätzliches Eisen zugeführt, kann es zu einer Blutarmut (Anämie) kommen.

Zu einer Eisenmangelanämie.

Bei Menschen, die auf eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung achten, kommt es selten zu einem Eisenmangel.

Es gibt drei verschiedenen Stadien des Eisenmangels:

  • Prälatente Mangel: verursacht keine Symptome, der Körpergreift auf seinen eigenen Speicher zurück. Sichtbar im niedrigen Ferritin Wert
  • Latenter Eisenmangel: zeigt einzelne Symptome, es liegt aber noch keine Blutarmut vor
  • Manifester Eisenmangel: Mangel mit ausgeprägten Symptomen einer Anämie

Ursachen

  • Erkrankung, die die Aufnahme von Eisen hemmt
  • Eine unzureichende Aufnahme von Eisen
  • Ein erhöhter Eisenbedarf, der nicht gedeckt wird
  • Ein verstärkter Verlust von Eisen

Es gibt einige Erkrankungen, die die Eisen Aufnahme hemmen. Meist sind es chronische entzündliche Magen-Darm-Erkrankungen.

Eine unzureichende Aufnahme von Eisen hängt meist mit der Ernährung zusammen. Bei einer Ernährung, die kein Fleisch und Fisch enthält, wird es schwierig, dem Körper das nötige Eisen zur Verfügung zu stellen.

Menschen die sich vegetarisch oder vegan ernähren, haben häufig einen leichten bis schweren Eisenmangel.

Hier ist es wichtig, Alternativen zu Fleisch zu finden.

Eine einseitige und ungesunde Ernährung [Fast Food, kaum Fleisch, kein Gemüse] kann einen Eisenmangel verursachen.

Ein erhöhter Bedarf wird von den meisten Menschen unterschätzt. Zum Beispiel benötigen Frauen während der Schwangerschaft und Stillzeit einen doppelt so hohen Eisenbedarf. Auch heftige Regelblutungen verursachen Eisenmangel.

Kinder und Jugendliche haben einen erhöhten Eisenbedarf. Der Körper läuft auf Hochtouren und benötigt Eisen, um die Entwicklung voranzutreiben.

Bei aktiven Sportler und Schwerarbeiter besteht ebenso ein erhöhter Eisenbedarf. 

Ein verstärkter Eisenverlust besteht meistens nur für einen kurzen Zeitraum.

Nach einer Operation, einer chronischen Blutung im Körper kann es zu Eisenmangel kommen.

Frauen leiden häufiger unter einem Eisenmangel, als Männer.

Grundsätzlich entsteht ein Eisenmangel erst dann, wenn der Körper in ein Ungleichgewicht kommt.

Symptome

Oft sind die ersten Symptome oder Anzeichen kaum spürbar.

  • Ein allgemeines Überforderungsgefühl
  • Schwindende Konzentration
  • Müdigkeit und Antriebslosigkeit
  • Häufige Infekte
  • Mundwinkel reissen ein
  • Haare werde brüchig
  • Fingernägel brechen
  • Brennende Zunge, Schluckbeschwerden

In Extremen Fällen kann es zu psychischen Symptomen wie Aggressionen, Depressionen, Ängstlichkeit oder Lethargie kommen.

Betroffene die bereits an einer Eisenmangelanämie leiden, kann es durch den Mangel an Blut zu niedrigem Blutdruck und erhöhten Puls kommen.

Diagnostik

Ein Eisenmangel lässt sich nur durch eine Blutabnahme ermitteln!

Auf alle Fälle ist ein Arztbesuch angeraten. Der wird eine Blutuntersuchung veranlassen.

Beim Blutbild wird der Hämoglobin Wert untersucht.

Er gibt Aufschluss darüber, wie viel Eisen im Blut aktuell vorhanden ist und gibt eine gute Auskunft über den derzeitigen Zustand.

Die durchschnittlichen (von Labor zu Labor unterschiedlich) Referenzwerte:

Frauen haben einen Hämoglobinwert von 13-17 g/dl

Männer haben einen Hämoglobinwert von 12-16 g/dl

Der Eisenspeicherwert, die Serum Ferritin Konzentration, ist bei Verdacht auf Eisenmangelanämie am aussagekräftigsten.

Therapie

Die richtige Therapie sollte vom Arzt eingeleitet werden.

Diese erfolgt je nach Ursache. Eine ständige Kontrolle der Blutwerte ist geboten.

Bei einem Verdacht auf Eisenmangel, ohne Blutuntersuchung, ist es abzuraten diverse Präparate aus der Drogerie einzunehmen. Der Körper ist nicht im Stande überschüssiges Eisen abzubauen und lagert dieses im Körper ab. Das wiederum kann zu einer Eisenvergiftung führen. Die sehr gefährlich werden kann.

In der Regel dauert eine Therapie, die den Eisenspeicher wieder auffüllt, ca. 3 Monate.

Die medizinischen Möglichkeiten sind Tabletten, Tropfen, Sirup, Dragees oder eine Infusionstherapie.

Wichtig hier ist die Therapieform mit dem Arzt zu besprechen und gegeben falls zu korrigieren.

Die richtige Ernährung bei Eisenmangel

Die beste Möglichkeit einen Eisenmangel vorzubeugen ist eine frische und abwechslungsreiche Ernährung.

Am besten kann der menschliche Körper das Eisen aus Fleisch und Fisch aufnehmen.

Für Vegetarier und Vegan gibt es auch gute Alternativen.

Um das Eisen gut aufnehmen zu können, benötigt der Körper einige Lebensmittel:

  • Vitamin C
  • Milchsäure
  • Weinsäure
  • Essigsäure
  • Fructose (Fruchtzucker)

Brokkoli, Paprika, Petersilie, Bärlauch, Erdbeeren, Kiwi, Orangensaft, Salt Dressing mit Zitrone

Lebensmittel mit einem hohen Eisengehalt:

  • Fleisch und Wurst
  • Geflügel
  • Fisch
  • Gewürze (Basilikum, Thymian, Minze, Petersilie, schwarzer Pfeffer, Koriander, Zimt)
  • Bohnen und Linsen (Sojabohnen)
  • Kichererbsen
  • Samen und Körner (Leinsamen, Sesam, Kürbiskerne)
  • Nüsse
  • Vollkornbrot
  • Grünes Blattgemüse
  • Kohl
  • Amaranth
  • Hirse
  • Quinoa
  • Obst (Himbeeren, Aprikosen)
  • Trockenfrüchte

Nahrungsergänzungsmittel:

  • Chlorella
  • Hanfprotein
  • Spirulina
  • Gerstengraspulver

Folgende Lebensmittel stören die Eisenaufnahme im Körper:

  • Magnesium
  • Kalzium
  • Milchprodukte
  • Weißmehlprodukte
  • Fertigprodukte
  • Rotwein, Cola, Kaffee und schwarzer Tee
  • Spinat
  • Rote Beete
  • Rhabarber

Diese Lebensmittel sollten nicht gleichzeitig mit Eisenpräparaten zu sich genommen werden. Kaffee und schwarzen Tee mindestens 30-60 Minuten vor einer eisenreichen Mahlzeit trinken.

Medikamente wie Antibiotika und Magensäurehemmer stören die Eisenaufnahme.

Fazit

  • Vielseitig und abwechslungsreich ernähren
  • Pflanzliche und tierische Eisenquellen kombinieren
  • Vitamin C bewusst zu eisenhaltigen Gerichten essen
  • Weißmehlprodukte durch Vollkornprodukte ersetzen
  • Tee und Kaffee nicht zu den Mahlzeiten trinken
  • Eisenhaltiges Gemüse als Beilagen auswählen

Quellen: Wikipedia, Fachzeitschriften, Internet.

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